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Das
Geschäft mit dem Glück blüht wie nie zuvor, doch für viele,
die bei Spielautomaten süchtig werden, bedeutet das den Absturz
in Verschuldung und Armut. „Am Schauplatz“ hat interessiert,
wie ein ganz großer der Branche mit denen umgeht, die dieses
Spiel unfair finden.
Über den Wiener Alfred Kreuzer wurde vor 3 Jahren erstmals
berichtet. Der ehemalige Geschäftsmann hat nach eigenen Angaben
bereits mehr als eine Million Euro verspielt. Dies wäre nicht möglich
gewesen, sofern der maximal mögliche Einsatz an den Automaten
tatsächlich auf 50 Cent pro spiel limitiert wäre. – Tatsächlich
lässt sich der Einsatz mit einem einfachen Tastendruck
multiplizieren, so dass es möglich ist, binnen weniger Stunden
zehntausende Euro zu verlieren. Zwei Jahre später demonstriert
Herr Kreuzer gegen die Firma Novomatic.
Von Seiten Novomatic wurde der Schauplatz-Redaktion
mitgeteilt, dass sämtliche Automaten rechtmäßig lizenziert
seien und es keinerlei Gefälligkeiten gegenüber Behörden gäbe
bzw. der Spieler- und Jugendschutz vorbildlich sei.
Von
vorbildlichem Jugendschutz bemerkte Arndt Sterling aus Graz nur
wenig, denn bereits im Alter von 15 Jahren spielte er intensiv an
Automaten. Der spätere Automatenbereichsleiter bei den Casinos
Austria zockte dann bei der privaten Konkurrenz. Wie bei tausenden
Betroffenen führte die Spielsucht auch bei ihm zur totalen
Isolation und letztendlich beinahe zur Selbstzerstörung. Nach
einem Klinikaufenthalt und einer Therapie ist er heute von seiner
Spielsucht befreit. Mit Hilfe von Dr. Christian Horwath will er
seine Spielverluste einklagen. Der Schadensbetrag liegt im Bereich
von etwa 500.000 Euro. Ein Betrag, der sich in den letzten 20
Jahren angehäuft hat. Vom vielzitierten Spielerschutz bemerkte er
nichts. Zu jeder Tages- und Nachtzeit war es ihm möglich, sein
Geld auch mehrmals täglich an Automaten zu verspielen.
Kritisiert wird von Dr. Horwath, dass es in Österreich keine
unabhängige Prüfkommision für Spielautomaten gibt. Wer vom
Magistrat Graz eine Automatenkonzession möchte, hat lediglich ein
vom Hersteller selbst beauftragtes Gutachten mitzubringen. Am
Beispiel eines nicht behördlich versiegelten Automaten zeigt er,
dass der Zugang zur Software des Automaten es problemlos erlaubt,
Manipulationen durchzuführen. Im Inneren des Automaten gibt es
keine Prüfplakette. Laut Spielerberichten wird diese Möglichkeit
zur Manipulation von Automaten auch genutzt.
Lt.
Herrn Peter Maresch, gerichtlich beeideter Sachverständiger für
Spielautomaten ist prinzipiell jedes Gerät manipulierbar. Ein übliches
Geschäftsmodell sei die zeitliche Anpassung der Gewinnhäufigkeit.
Anfangs werden vom Automaten häufig hohe Gewinne ausbezahlt, was
das Gerät beliebt macht. Wird es dann häufig bespielt, wird die
Gewinnchance per Knopfdruck reduziert, um den Reingewinn für den
Betreiber zu erhöhen.
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