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„So sicher wie ein Sparbuch“ – Mit diesen Worten sollen Finanzberater Zertifikate oder Firmenanleihen den Anlegern verkauft haben. Und tausende Sparer haben diese Produkte gekauft, weil sie mehr Zinsen wollten. Jetzt, nachdem im Zuge der Finanzkrise diese Anleger viel Geld verloren haben, proben sie den großen Aufstand. Sie hoffen, über Klagen wenigstens einen Teil des Verlustes abzufangen. Bestimmte Aktien, Unternehmensanleihen oder Genussrechte hätten sie nie gekauft, wenn sie die hohen Risiken gekannt hätten.

 

Peter Halac ist sauer. Er fühlt sich um sein mühsam Erspartes betrogen. Um 10.000 Euro hat der Wiener Unternehmensanleihen einer Tochterfirma der Globe-Invest gekauft. Sein Vermögensberater hat ihm die Anleihe als „gutes Papier“ empfohlen. Das viele Kleingedruckte beim Kauf der Anleihe hat Herr Halac nicht wirklich verstanden, er hat sich auf seinen Berater verlassen und Ende Oktober 2008 seine 10.000 Euro eingezahlt. Mitte Dezember erfuhr er von seinem Finanzberater, dass „das einzig Mögliche“, was ihn um sein Geld bringen könnte eingetreten sei, die Firma sei im Ausgleich oder Konkurs.
Dass die Firma Gelder zu einer Zeit annahm, zu der es bereits wirtschaftliche Probleme gab, ist nicht nur für ihn ein Grund, weitere Schritte einzuleiten.

 

Dr. Christian Horwath soll helfen. Neben Herrn Halac vertritt er mittlerweile 50 Betroffene. Horwath zieht die Notbremse und stellt Konkursantrag gegen die Globe-Invest. Er will sichergehen, dass keine Anlegergelder verschwinden. Außerdem schaltet er die Staatsanwaltschaft ein. Ein Vorwurf: Zertifikate, Genussscheine und Anleihen wurden noch im Oktober verkauft, obwohl an andere Anleger schon kein Geld mehr zurückbezahlt wurde. – Der Verkauf hätte sofort gestoppt werden müssen!

 

 

Dennoch hat man im Oktober 2008 Seminare mit Vermögensberatern veranstaltet und den Verkauf der Produkte angepriesen, ohne darauf hinzuweisen, dass dies eine hochspekulative Anlageform darstellt. Man hat aber im Oktober 2008 keine Gelder mehr an die Anleger ausbezahlt. Diesbezüglich besteht für uns der Verdacht des Betruges, der Verdacht der Irreführung und der Verdacht der Täuschung.

 

 


Mit dem Geld der Anleger hat Bernhard Wolschlager an der Börse spekuliert und Immobilien gekauft. Für sein Geschäftsmodell wurde er mehrfach von sogenannten „Fachmedien“ ausgezeichnet. In „eco“ nimmt er erstmals Stellung zur Kritik und weist Vorwürfe zurück. Im Oktober letzten Jahres sei er sehrwohl noch zahlungsfähig gewesen und er habe Risiken nie verschwiegen. Derzeit werden auch die Anlageberater heftig kritisiert. Beim Verein für Konsumenteninformation stapeln sich die Beschwerden von Anlegern, die sich schlecht beraten fühlen. Allein im Fall des Finanzdienstleisters AWD kämpfen 4500 Anleger in einer Sammelklage um ihr verlorenes Geld.